Proceedings of the International scientific and practical conference ― German Ukrainian Forum on Reconstruction and Innovation‖ (March 23-25, 2026) / Publisher website: www.naukainfo.com. – Dresden, Germany, 2026. - 135 p.
38 dieser Kampagne war die Kombination gefälschter Medienseiten mit der aktiven Verbreitung von Links in sozialen Netzwerken. Die Inhalte wurden über Netzwerke anonymer Accounts verbreitet, die Links zu den gefälschten Seiten auf Plattformen wie X, Facebook und Telegram teilten. Dadurch konnte eine große Reichweite erzielt und zugleich der Eindruck erzeugt werden, dass es sich um Inhalte aus vertrauenswürdigen Medien handelt [3]. Eine weitere wichtige Entwicklung in der Dynamik russischer Informationsoperationen ist der Einsatz generativer Sprachmodelle. Eine zentrale Eigenschaft dieser Technologien besteht in der Fähigkeit, zahlreiche Varianten derselben Botschaft zu erzeugen. So kann beispielsweise dieselbe Aussage – etwa zu wirtschaftlichen Kosten der Unterstützung der Ukraine oder zu Energieproblemen in Europa – auf viele unterschiedliche Weise formuliert werden. Dies erschwert die automatisierte Erkennung propagandistischer Inhalte und ermöglicht die gezielte Verbreitung ähnlicher Botschaften an unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Ein weiteres zentrales Instrument moderner Informationsoperationen ist die Nutzung von Audio- und Videomaterialien, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden und als „Deepfakes― bezeichnet werden. Solche Technologien ermöglichen es, die Stimme, das Aussehen oder die Mimik realer Personen täuschend echt zu imitieren, darunter auch politische Entscheidungsträger. Derartige Inhalte können zur Erstellung gefälschter Videobotschaften oder zur Verbreitung falscher Aussagen genutzt werden, um eine starke mediale Wirkung zu erzielen. Im Jahr 2022 wurde die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey Opfer eines gefälschten Videoanrufs, bei dem sich russische Blogger als der Bürgermeister von Kyiv ausgaben. Dieser Vorfall löste eine breite Diskussion über den Einsatz von Deepfake-Technologien in der politischen Kommunikation aus [8]. Wie Peter Pomerantsev feststellt, generieren Informationskampagnen in der Regel keine neuen Probleme. Vielmehr greifen sie auf Themen zurück, die bereits Gegenstand gesellschaftlicher Debatten sind, und zielen darauf ab, bestehende Konfliktlinien durch die gezielte Verbreitung spezifischer Deutungen von Ereignissen zu verstärken [5]. Im deutschen Informationsraum lassen sich seit Beginn des Jahres
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